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Fokus - Worauf du deine Aufmerksamkeit richtest

Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wächst! Das ist mit die erste Erkenntnis, auf die man stößt, wenn man sich mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigt. Unser Fokus entscheidet darüber, was für Erfahrungen wir in unserem Leben machen. Konzentrieren wir uns permanent auf Leid und Kummer, wird sich uns weiterhin Leid und Kummer zeigen. Es ist, als würden wir das Leid mit unserem Fokus "auswählen" und weiterhin in unser Leben "ziehen". Warum ist das so?

Zuerst ist es wichtig zu verstehen, was ein Fokus überhaupt ist. Es ist zunächst nur eine bewusste oder unbewusste Wahrnehmung von etwas, das schließlich unsere volle Aufmerksamkeit und Konzentration erhält. Durch unsere Aufmerksamkeit wird die Situation mit gedanklicher und emotionaler Energie aufgeladen - das heißt, sie wird "gefüttert". Sie erhält Meinungen und Bewertungen von uns ( z.B. "Das darf nicht so sein!" - "Das ist falsch!" - "Ich hasse das!") und in Verbindung damit erhält sie unsere Emotionen (unsere Ablehnung oder vielleicht auch unsere Zustimmung). Je mehr wir uns darauf konzentrieren, also unsere Meinungen, Wertungen und Emotionen hinein speisen, umso mehr wächst die Situation und wird sich immer öfter und immer stärker in unserem Leben zeigen. Dies geschieht meistens unbewusst, weil unsere Wahrnehmung und Konzentration in vielen Bereichen des Lebens einfach schon zu einer Gewohnheit geworden sind und wir gar nicht mehr merken, worauf wir uns konzentrieren.

Jeder hat die Macht einer Fokussierung schon erlebt. Man beschäftigt sich mit etwas und plötzlich taucht es überall auf! Die Leute reden darüber, man sieht es im Fernsehen, man stolpert im Alltag darüber, hört es im Radio, sieht es sogar auf Plakaten, jemand schreibt ein neues Buch darüber, eine Band komponiert einen Song ausgerechnet davon, ständig sieht man Bilder davon ... Es ist fast so, als würde die Welt auf unseren Fokus reagieren! Ein witziges Beispiel ist die Geschichte mit "Euphoria". Als ich anfing an den Euphoria-Büchern zu schreiben, bin ich permanent über Dinge gestolpert, die damit zu tun hatten. Gespräche liefen fast immer auf das Glücklichsein hinaus, überall tauchte auf einmal das Wort "Euphorie" auf, ich sah ständig Leute mit eisblauen Augen, ich schaltete immer genau dann das Radio ein, wenn gerade ein Song lief, der perfekt dazu passte (Beispiel "I like"), mir fielen Erkenntnisse und Erlebnisse zu, die gerade in die Szene passten, an der ich schrieb usw. Es gibt unzählige Beispiele, Kleinigkeiten sowie auch große Dinge, die passierten bzw. die mir begegneten und in irgendeiner Weise mit dem Buch zu tun hatten. Der Höhepunkt war, dass der Song "Euphoria" beim Grand Prix (European Song Contest) gewann. Dieser Song spiegelt ebenfalls den Inhalt der Bücher wider.

Es scheint nicht nur so, als würde das Leben auf unseren Fokus reagieren. Es ist tatsächlich so. Warum? Weil wir ein Teil dieses Lebens sind! Wir gehören dazu, auch wenn wir uns manchmal noch so klein und unbedeutend fühlen. Wir haben Einfluss auf unser Umfeld und unsere erlebbare Welt - durch unseren Fokus. Durch das, worauf wir uns konzentrieren und wo wir unsere Energie hinein geben. Das bedeutet aber auch, dass wir niemals etwas ganz allein erschaffen. Da wir Teil eines Kollektivs sind, erschaffen wir nur mit. Wir geben durch unseren Fokus Energie in etwas hinein und stärken es. Die Frage ist nur: WO wollen wir unsere Energie hinein geben und WAS wollen wir stärken? Denn diese Energie darf nicht unterschätzt werden. Wir kennen die Auswirkungen einer Fokussierung meist von den negativen Aspekten unseres Lebens. Wenn wir uns ständig auf das Negative konzentrieren, vermehrt es sich. Es wird immer größer und stärker und verursacht natürlich immer mehr Leid in uns. Durch das Leid versinken wir in Kummer und meistens hängt dann unser Fokus fest. Wir suchen nach einem Ausweg aus der Negativität, konzentrieren uns dabei aber auf das Negative, kauen es immer wieder durch und sinken immer tiefer hinein. Es ist eine Abwärtsspirale.

Genauso funktioniert das aber auch mit den positiven Dingen. Ein ständiger Fokus auf das Positive in unserem Leben, vermehrt das Positive. Es wird größer und stärker, wird immer mehr gefüttert und verursacht neue positive Situationen. Dadurch entstehen natürlich immer mehr positive Gefühle in uns - wodurch sich wiederum der positive Fokus stärkt. Hier finden wir eine Aufwärtsspirale. Was also im Negativen funktioniert, funktioniert genauso gut im Positiven. Und auch hier entsteht mit der Zeit eine Gewohnheit. Ändert man die Richtung und konzentriert sich - anstatt auf Negatives - mehr auf das Positive, schaltet sich das Gehirn um. Wenn man nicht damit aufhört, programmiert sich eine Gewohnheit ein, eine Automatik, die irgendwann von ganz allein den positiven Fokus aufrechterhält. Dann sieht man die negativen Dinge auf einmal gar nicht mehr. Denn der Fokus hängt dann am Positiven fest.

Eine solche Umprogrammierung bekommt man aber nur hin, wenn man anfängt, sich vollkommen bewusst auf das Positive auszurichten. Also auf das Schöne, auf die Glücksgefühle und auf die Dinge, die man mag. Dafür ist zum Beispiel das stündliche "Ich-mag-Spiel" hilfreich. Wenn man es bisher gewohnt war, sich ständig auf das Negative zu konzentrieren oder wenn man bisher (durch äußere Umstände und Prägungen) immer mit negativen Dingen konfrontiert war und nun einen Wandel herbeiführen möchte, ist eine konsequente Umlenkung des Fokus unerlässlich. Denn der Fokus wird anfangs aus Gewohnheit immer wieder zurück zum Negativen springen. Hier ist Bewusstsein gefragt und oft auch eine gewisse Disziplin. Dass der Fokus zurück springt zum Negativen kann man oft nicht verhindern, denn das läuft automatisch ab, wenn man erst mal in dieser Gewohnheit drin ist. Aber man kann es sich bewusst machen, es erkennen und den Fokus dann umlenken. Man kann sich in solchen momenten sagen: "Ok, das mag ich gerade nicht. Aber was mag ich stattdessen?" Und schon läuft der Fokus in eine andere Richtung.

Es braucht am Anfang ein wenig Disziplin und Durchhaltevermögen, aber es lohnt sich. Wenn man zum Beispiel eine Woche lang den Fokus ständig auf positive Dinge gelenkt hat, beginnt schon die neue Gewohnheit. Auf einmal lenkt sich der Fokus automatisch auf das Positive und Schöne. Man muss gar nicht mehr so oft darauf achten. Je intensiver man diese Umfokussierung praktiziert, umso schneller geht es. Und umso schneller stellen sich auch neue, positive Situationen im Leben ein. Man muss jedoch dran bleiben und sofort handeln, wenn man wieder in die alte Spirale hinein gefallen ist. Dafür gibt es unzählige Hilfsmittel, die man einsetzen kann, um den Fokus wieder auf die gewünschte Bahn zu lenken. Ich habe mir beispielsweise bei manchen Themen in meinem Leben die ganze Wohnung mit Hilfsmitteln beklebt. Überall, wo ich war, wurde ich dadurch an meinen neuen Fokus erinnert. Das erste, was ich sehe, wenn ich z.B. mein Atelier betrete, ist ein Schild mit der Aufschrift: "Bitte lächeln!" - Jedes Mal, wenn ich die Tür herein komme, lächle ich also. Das hebt die Schwingung enorm an!

Manche Themen im Leben sind allerdings besonders hartnäckig. Wenn man beispielsweise mit dem Glaubenssatz groß geworden ist, dass das Leben hart und schwer ist und man um das Glück kämpfen muss, geht man am besten mit derselben Hartnäckigkeit an diesen Glaubenssatz heran. Und zwar, indem man besonders hartnäckig den Fokus umlenkt. Man sollte den alten Glaubenssatz also nicht hartnäckig bekämpfen, sondern sich hartnäckig und permanent auf etwas Anderes fokussieren. Immer und immer und immer und immer wieder. Wenn es dabei hilft, sich die Wohnung mit positiven Affirmationen zuzukleistern, soll es so sein. Man kann sich auch angewöhnen, stündlich das "Ich-Mag-Spiel" zu spielen und sich den Handywecker dafür stellen. Ich habe mir unter Anderem Nikolas als Poster in die Wohnung geklebt, als mahnende Unterstützung. Sein Blick sagt mir immer: "Na? Passt du auch schön auf deine Gedanken auf?" Ich habe auch ein bild von Angor auf meinem Schreibtisch stehen, das mich an die Illusion der Polarität erinnert, wenn ich mal wieder in Gegenteilen von Gut und Böse denke.

Also: Auch wenn man sich schon viele Jahre mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigt hat und über das Thema "Fokus" schon lange hinaus ist, darf man diese Grundlage nicht vergessen. Der Fokus ist wichtig und wird auch immer wichtig bleiben. Denn das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, wächst. Immer. Deshalb habe auch ich immer noch Hilfsmittel in meinem Leben. Und deshalb läuft bei mir immer mal wieder der Song "Euphoria" von den Jackson 5 im CD-Player, oder "Think Happy", oder aber "I like". en ESC-Song "Euphoria" gucke ich mir lieber auf YouTube an, denn ich liebe das Video dazu. :-)

Mit diesem Artikel wollte ich dich an deinen Fokus erinnern. Worauf richtest du deine Aufmerksamkeit? Auf das, was du magst? Oder auf das, was du nicht magst?