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Jetzt - immer jetzt!

Wenn man erkannt hat, dass Glück nicht das Gegenteil von Unglück ist, es von Glück gar kein Gegenteil gibt, geht man anders an die Schöpfung von glücklichen Umständen heran. Das Glück wird nicht mehr angestrebt und sein Gegenteil nicht mehr abgelehnt. [...]

Stattdessen wird es gefühlt. Und zwar als das, was es ist: Als natürlicher, nicht-polarer Zustand im Hier und Jetzt – ohne Absicht. Das klingt zunächst schwierig, wenn man in einer Situation ist, die einen Mangel an etwas zeigt. Zum Beispiel Mangel an Geld, Mangel an Liebe, Mangel an Gesundheit usw.

Deshalb muss man zunächst in einen Zustand finden, in dem man die aktuellen Lebensumstände nicht mehr ablehnt, was durch Akzeptanz/Annahme geschieht. Durch die Akzeptanz hört auch nach und nach das Bewerten auf. Man sagt nicht mehr »das ist schlecht« und »das ist gut«. Man sagt nur noch: »Das ist so.« Selbst sehr schwierige Umstände betrachtet man dann neutral, weil man erkennt, dass sie aus Ursachen entstanden sind, für die niemand die Schuld trägt. Das Konzept »Schuld« verliert seine Existenzgrundlage. Man wird ruhiger, entspannter und sehr viel gelassener. Als nächstes hört man auf, das Glück anzustreben und es zu wünschen, weil man erkennt, dass eine Absicht bzw. ein Wunsch einen Mangelzustand (ein Gefühl des Mangels) hervorruft, der in der Realität gespiegelt wird. Schließlich beginnt man im Jetzt glücklich zu sein, in genau den Umständen, in denen man sich befindet.

Aus diesem Zustand heraus kann man sich eine Realität vorstellen und mit allen Sinnen erleben, die man mag. Ein neues Haus, der Traumpartner, Gesundheit, Schönheit, Reisen, Geldsegen … Während dieser Fantasie und auch danach gibt es kein Gegenteil dieses Zustandes der Erfüllung. Kein Gegenteil von dem neuen Haus, dem Traumpartner, der Gesundheit, Schönheit oder des Geldsegens. Es existiert kein Gegenteil, weil man sich nicht mehr in einem Mangelzustand befindet und es keine Fülle gibt, die angestrebt werden muss. Geld ist nicht mehr das Gegenteil von Kein-Geld und gesund nicht mehr das Gegenteil von nicht-gesund. Man erlebt die Erfüllung auf einer anderen Ebene und dort ist sie nicht mehr gut als Gegenteil von schlecht. Sie ist einfach nur ein Erlebnis, bei dem man Glück empfindet. Und da Glück kein Gegenteil hat, ist dieses Erlebnis vollkommen wertfrei. In diesem Erlebnis beginnt man aufzugehen und es zu lieben. Bedingungslos.

Das ist der Moment, in dem Schöpfung geschieht.

Es klingt so simpel und ist doch so schwierig, aus seinen alten Mustern von Kämpfen und Streben und aus seinem polaren Denken auszusteigen. Zeit unseres Lebens verbringen wir damit, Zielen und Träumen nachzujagen, Dinge anzustreben und auf dem Weg irgendwo hin zu sein. Und gleichzeitig kämpfen wir gegen alles, was dem im Weg zu stehen scheint. Wir sind so sehr damit beschäftigt, dass wir vergessen zu leben. Und wir denken nicht daran, dass das Leben jetzt stattfindet – nicht irgendwann, nicht morgen, nicht später. Sondern jetzt. Immer jetzt. Es zieht an uns vorbei, dieses Leben, während wir der Erfüllung unserer Träume hinterher rennen. Wir merken auch nicht, dass die Erfüllung mit der gleichen Geschwindigkeit vor uns davon rennt. Das muss sie, denn unsere Absicht (unser Mangelzustand) trennt uns von der Erfüllung. Also muss sie immer einen Abstand zu uns wahren, damit wir weiterhin beabsichtigen können. Irgendwann sind wir so erschöpft, dass wir hinfallen und endlich einmal anhalten, um mit Schrecken festzustellen, dass inzwischen viele Jahre vergangen sind. Zeit, der wir nun hinterher trauern. Diese Zeit kommt nicht mehr zurück. Und womit haben wir sie verbracht? Mit Mangelgefühlen, mit Kampf, mit Streben nach mehr.

Womit hätten wir sie verbringen können? Mit Glücksgefühlen. Und wir hätten unser Ziel im Handumdrehen erreicht.

Die Vergangenheit ist jetzt vorbei. Wir haben gelernt. Und jetzt kommt die Frage auf: Woran willst du dich in 10 Jahren erinnern? Dass du diese Zeit mit Kampf, Mangelgefühlen und Streben nach Glück verbracht hast? Oder willst du zurückdenken an eine Zeit, in der du jeden Tag Glück gelebt hast, egal in welchen Umständen du warst? Was ist der Unterschied? 10 Jahre Kampf werden dich mürbe machen, sie werden an dir zehren, dich unendlich viel Kraft kosten und dich unglücklich machen. Und vielleicht wirst du dein Ziel in 10 Jahren nicht erreicht haben, weil der Zustand von Kampf ein Leben für dich anziehen wird, in dem du kämpfen musst. Aber was ist nach 10 Jahren Glücksgefühlen? Absichtslosen, ehrlichen Glücksgefühlen – jeden Tag – ohne die Existenz eines Gegenpols? Was für ein Leben wirst du dann haben? Du wirst strotzen vor Kraft, vor Lebenslust sprühen und glücklich sein – denn Glück zieht Glück an. Und du wirst zurückblicken und keinen einzigen Tag bereuen.

Es ist deine Wahl. Gehe Schritt für Schritt voran. Woran willst du dich morgen erinnern, wenn du an heute zurückdenkst? An einen Tag, an dem du gekämpft hast, an dem du unglücklich gewesen bist, an dem du dein Leben ändern wolltest, weil es so furchtbar ist? Oder an einen Tag, den du genommen und mit deinem Lachen erfüllt hast, egal wie fürchterlich er sich zeigen wollte? Und was wirst du morgen angezogen haben nach dem heutigen Tag? Kampf? Oder Glück?

Egal wie weit du in die Zukunft blickst und egal wie weit du aus der Zukunft an die Vergangenheit zurückdenkst, jede Schöpfung geschieht immer im JETZT. Denn du kannst nur JETZT das sein, was du in der Zukunft erleben willst. Es gibt keinen anderen Moment dafür. Dieses JETZT ist ewig. Es dehnt sich unendlich aus. Auch in der Zukunft wird es wieder ein JETZT sein, in dem du fühlst, erlebst und wahrnimmst. Es gibt keinen zukünftigen Moment, in dem du die Erfüllung erleben wirst. Du wirst sie im JETZT erleben und dieses JETZT kann nicht erreicht werden. Es ist unmittelbar in diesem Augenblick da und es gibt nur eine Möglichkeit die Erfüllung zu erschaffen: Erlebe sie JETZT! Ohne ein zukünftiges JETZT zu beabsichtigen und ohne ein unangenehmes JETZT zu verdrängen, sondern aus dem ganz einfachen Grund, weil du nur diesen jetzigen Augenblick hast, um zu leben, um zu fühlen und um zu erschaffen. Um die Zukunft zu gestalten, die dir gefällt, musst du dein JETZT gestalten, wie es dir gefällt.