Szenen aus "Euphoria"

Hier kannst du in die Geschichte eintauchen und verschiedene, wichtige Szenen nd ihre tiefe Bedeutung erleben.


Als Lucy zum ersten Mal Lumenia sah

Es muss erstaunlich für Lucy gewesen sein, als sie aus dem Fenster gesehen und diese märchenhafte Stadt vorgefunden hat. Sie war mit Nikolas und seinen Freunden mit Hilfe eines Schlüssels in ein Portal gesprungen. Und schließlich war sie in einem Zimmer aufgewacht, das außergewöhnliche Formen und Farben aufwies. Doch noch viel erstaunlicher war das, was sie sah, als sie aus dem Fenster blickte. Erinnerst du dich, was sie gesehen hat? Honiggelbe Straßen, runde Häuser, Zwiebeldächer und Farben wie aus einer anderen Welt. Und tatsächlich, sie war in einer anderen Welt. Sogar das Licht war anders.

Lucy erkannte, dass es andere Welten und Realitäten gab. Dass es mehr - sehr viel mehr - gab, als sie immer geglaubt hatte. Dies war der Moment, in dem ihr Weltbild völlig aus den Angeln gehoben wurde. Sie entdeckte, dass die Welt, die sie immer für wahr und real gehalten hatte, offenbar nur ein winziger Ausschnitt der Realität war.

Blick aus dem "Zentrum"
Blick aus dem "Zentrum"

Diese Erkenntnis war wichtig, damit sie sich für all die erstaunlichen Dinge öffnen konnte, die noch folgen sollten. Ihre Welt war auf einmal größer als zuvor, magischer und mysteriöser. Und ihre Ansicht von der Wirklichkeit verlor ihre Festigkeit. Auf einmal gab es Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte. Und so verlor nicht nur ihr bisheriges Weltbild, sondern selbst die Worte "möglich" und "unmöglich" die Bedeutung.

Nikolas führte sie schließlich ein wenig in Lumenia herum, um ihr zu zeigen, dass all das, was sie sah, echt war. Ihre Gefühle, als sie zum ersten Mal die Schönheit dieser fremden Welt sah, bleiben mir immer in Erinnerung. Denn sie beinhalteten nicht nur das Staunen und die Faszination über diese Welt, sondern auch das Loslösen von alten Glaubensmustern. Dieses Loslösen ist die Voraussetzung für Wachstum und Entfaltung, um über die bisherigen Grenzen hinaus-

zuwachsen und neues zu entdecken. Erst wenn wir uns von der

Überzeugung und den Grenzen - wer wir zu sein glauben oder wie die

Welt beschaffen ist - loslösen, können wir all die Möglichkeiten entdecken,

die dahinter liegen.

 


Als Nikolas zu Lucy zurückkehrte

Winter. Lucy war wieder allein. Und sie war sich nicht mehr so sicher, ob das Abenteuer des Sommers wirklich passiert war oder ob sie sich alles nur eingebildet hatte. Aber das war nicht mehr so wichtig. Sie hatte sich verändert. Sehr sogar. Das fiel auch ihrer Freundin Miriam auf. All ihre Erlebnisse mit Nikolas hatten sie zu einem anderen Menschen gemacht. Sie erinnerte sich an ihre wahre Kraft - auch ohne den Kristallsplitter, der zweifellos diese Entwicklung mit angestoßen hatte. Doch nun hatte sie es ganz allein geschafft, sich von ihren Krankheiten zu befreien und sich ein glückliches Leben aufzubauen. Es fehlte nur noch eins zu ihrem perfekten Glück: Nikolas.

Doch natürlich hatte er ihr beigebracht, dass ein Wunsch ein Mangel war und so wünschte sie sich seine Rückkehr nicht. Sie akzeptierte alles so, wie es war und versuchte möglichst viel Glück und Genuss in ihr Leben einzubauen - Sie wollte glücklich sein - auch ohne ihn. Also tat sie das, was sie liebte und was sie glücklich machte. Und dazu zählte es auch, dass sie hin und wieder durch das Nobelviertel der Stadt ging und sich die Villen ansah. Schließlich liebte sie Villen. Aber sie konnte es trotzdem nicht verhindern, dass sie sehr oft an Nikolas dachte. Sie versuchte, sich an den Klang seiner Stimme zu erinnern oder an seinen Duft. Es war zwar frustrierend, dass die Erinnerungen daran immer mehr verblassten - schließlich war der Sommer schon lange her - aber sie versuchte die Erinnerungen lebendig zu halten, indem sie ihn sich immer wieder zurück ins Gedächtnis rief. Auch hielt sie sich mit dem Spiel der Götter aufrecht, um nicht in eine Sehnsucht zu fallen und wieder unglücklich zu werden. Und so geschah es, dass er eines kalten Wintertages plötzlich vor ihr stand. Direkt vor ihrem Lieblingshaus in der noblen Villengegend.

Sie hatte ihn wieder. Und er versprach sogar zu bleiben. Und nicht nur das. Sie bekam auch das Haus ihrer Träume!

Das vorläufige Happy End im ersten Teil der Geschichte mag ein wenig kitschig sein, doch es hat eine wichtige Bedeutung: Träume können wahr werden!

Doch was hat Lucy dazu getan, um sie wahr zu machen? Gar nichts. Sie war einfach nur glüclich im Hier und Jetzt. Sie hat angefangen ihr Leben zu genießen und sich vom Wünschen und Sehnen verabschiedet. Sie hat keine Absicht mit dem Spiel der Götter verfolgt, sondern es nur deshalb gespielt, weil es sie glücklich machte - jetzt und hier. Sehnsüchte, die in ihr aufkamen - wie zum Beispiel Nikolas wiederzusehen - ließ sie wieder los. Sie genoss einfach so gut es ging die Erinnerungen an ihn und war wieder im Jetzt glücklich. Das war es, was Nikolas ihr beigebracht hatte. Und trotzdem - oder gerade deswegen! - wurden ihre Träume wahr!

Das Happy End im ersten Teil trägt eine der wichtigsten Bedeutungen der ganzen Geschichte: Wenn wir alles loslassen, im Hier und Jetzt glücklich sind und Dinge tun, die uns Freude machen, müssen wir der Erfüllung unserer Träume nicht mehr hinterher laufen - sie kommt zu uns!


Als Nikolas seinen Glauben verlor

Der Bahnhof in Friedrichshafen
Der Bahnhof in Friedrichshafen

Erinnerst du dich? Es passierte am Bodensee. In Friedrichshafen. Lucy und Nikolas waren auf der Flucht vor Marius und waren auf dem Weg von München nach Friedrichshafen. Nikolas vermutete schwach, dass dort die Garde auf ihn warten würde, um ihn und Lucy nach Lumenia zu bringen. Doch er hatte auch die Vermutung, dass etwas schief gehen könnte. Seine Fähigkeiten schwächelten bereits, denn die niedrige Schwingung dieser Welt hatte ihn schon weit hinunter gezogen.

Hinzu kam, dass er sich an ein Ereignis aus seiner Kindheit erinnerte, dass ihn tief geprägt und verletzt hatte - der Verlust seiner Eltern und zusätzlich der von ihm verhinderte Verlust seines besten Freundes. All das erinnerte ihn auch an einen Verlust, den er verschuldet hatte - dem Verlust der Königin von Lumenia (von dem Lucy bis zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts wusste). Nikolas sank in ein tiefes Loch. Seine Kräfte verließen ihn und er verlor den Glauben an sich.

Der Parkplatz vor dem Bahnhof
Der Parkplatz vor dem Bahnhof

Vor dem Bahnhof in Friedrichshafen kam es dann zu einem großen Drama. Nikolas floh mit Lucy vor Marius' Leuten in Richtung Bodensee. Doch gerade als sie über den Parkplatz liefen, wurde Nikolas angeschossen und von Marius mitgenommen. Unvorstellbar für jemanden wie Nikolas, dem weder ein Mensch noch eine Waffe etwas anhaben kann. So unvorstellbar war es auch für Alea, die in diesem Moment auftauchte und sich Lucy schnappte, um sie mit nach Lumenia zu nehmen. Sie war zunächst sicher, dass Nikolas sich wieder aus dieser Lage befreien können würde. Doch in Lucys Gedanken entdeckte sie schließlich seinen emotionalen Absturz.

Lucy schrie vor Verzweiflung und Schmerz. Sie fürchtete Nikolas zu verlieren. Gerade jetzt, wo sie entdeckt hatte, wie viel er ihr bedeutete. Als dann auch Nikolas' Freunde auftauchten, taten sie sich zusammen, um Nikolas zu retten.

Blick auf den Bodensee
Blick auf den Bodensee

Durch den Verlust seiner Fähigkeiten, war Nikolas nicht mehr dazu in der Lage, Gedanken zu hören. Seine Fähigkeiten waren mittlerweile so weit heruntergefahren, wie beim Rest der Menschheit. So konnte er auch seine Freunde nicht hören, die sich auf den Weg machten, um ihn zurückzuholen.

Nur Lucy schaffte es, ihn zu erreichen. Immer wieder sagte sie ihm in Gedanken, wie fest sie an ihn glaubte und schickte ihm mit aller Kraft und allen Gefühlen, die sie für ihn empfand, ihr Vertrauen. Sie riss schließlich seine mentale Mauer ein und er spürte ihr Wesen, ihre Zuneigung, ihr Vertrauen und ihre Liebe. Und schließlich stieg er wieder auf, erinnerte sich daran, wer er war und welche Fähigkeiten in ihm lagen. Und er erinnerte sich an die Menschen, die ihn liebten und an ihn glaubten. Und so fand er zu seinem Glauben zurück und befreite sich mit einer Nikolas-typischen Leichtigkeit. Für ihn gab es keine Grenzen - es hatte noch nie welche gegeben.

Danke an Tia Dalma und deaerle aus dem Götterforum für die Bilder!
Danke an Tia Dalma und deaerle aus dem Götterforum für die Bilder!

Manchmal brauchen wir Menschen, die uns wieder daran erinnern, wer wir sind und welche Kraft in uns liegt. Denn manchmal fallen wir.

 

Nikolas hat glücklicherweise solche Menschen gehabt, die - trotz der Umstände - fest an ihn geglaubt haben. Dieses Vertrauen hat ihn wieder zurück zu seinem wahren Selbst geführt. Es ist nicht schlimm, den Glauben an sich zu verlieren. Wir alle haben das. Wir haben vergessen, dass wir göttlich sind. Nikolas hat seit seiner Begegnung mit Lucy das tiefe Bedürfnis gespürt, sie an diese Göttlichkeit zu erinnern. Und dies war dasselbe Bedürfnis, das auch Lucy gespürt hat, als sie Nikolas an sein wahres Selbst erinnern wollte. Und es ist mein Bedürfnis mit dieser Geschichte an DEINE Göttlichkeit zu erinnern.

 

Es ist unsere Aufgabe, wieder aufzustehen, wenn wir gefallen sind und über unsere Grenzen und Zweifel hinauszuwachsen. Denn wir sind größer, als wir es uns vorstellen können.