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Nichts ist so wichtig, wie das SEIN

Auch ich muss mich immer wieder daran erinnern. Im Alltag vergisst man ja zwischen Stress, Verpflichtungen und Hektik manchmal das Wesentliche: Nichts ist so wichtig, wie das SEIN.

Früher habe ich nie verstanden, warum alle so viel Wert auf dieses Sein im Hier und Jetzt legen - besonders die Erleuchteten sprechen ja von nichts Anderem. Im Hier und Jetzt glücklich sein ... wie soll das gehen, wenn man die Erfüllung seiner Träume noch nicht erreicht hat und man stattdessen nur mit Problemen konfrontiert ist? Man legt das Glücklichsein lieber in die Zukunft - auf die Zeit, wenn die Träume wahr geworden sind und sich alle Probleme aufgelöst haben. Dann, ja DANN ist man glücklich. So richtig richtig glücklich!

Aber vorher? Vorher muss man ja darum kämpfen, die Träume erst mal wahr zu machen. Vorher ist man mit dem öden Alltag konfrontiert und mit dem Gegenteil der Erfüllung: Mit Mangel. Warum sollte man da glücklich sein?

Irgendwann drehte ich die Frage einmal um: Warum sollte man es NICHT? Der öde Alltag und der Mangel ist ja trotzdem da - ob wir glücklich sind oder nicht. Wir können also Trübsal blasen oder drüber lachen - es ist unsere Entscheidung, wie wir mit diesem Hier und Jetzt umgehen. Doch die wichtigste Erkenntnis war nicht, dass ich frei entscheiden kann, wie ich mich im Jetzt fühlen will. Nein, die wichtigste Erkenntnis war, dass ich gar nichts Anderes HABE, als dieses Jetzt.

Ich kann nur im Jetzt denken, fühlen und handeln, nur im Jetzt glücklich sein, nur im Jetzt etwas genießen. Die Zukunft ist ein leeres Blatt Papier und die Vergangenheit nur Bildfetzen in meinem Kopf. Leben und Sein findet nur im Jetzt statt! Niemals morgen. Und auch nicht gestern. Nicht nächstes Jahr. Oder in 10 Jahren, wenn alle Ziele erreicht sind. Nein, es passiert alles immer nur im Jetzt. Denn auch den morgigen Tag werde ich in unzähligen Jetzt-Momenten verbringen. Und auch wenn ich meine Ziele erreicht habe und alle meine Träume wahr sind, kann ich sie nur im Augenblick genießen. Im Jetzt. Morgen ist auch wieder jetzt. Übermorgen ist Jetzt. Jetzt, jetzt, jetzt ... dieses Jetzt endet nie. Alles ist ein endloser Jetzt-Moment. Was in 1 Minute ist - who knows? Da ist es auch wieder jetzt. Dass diese Minute vergeht und in der Zukunft liegt, ist nur eine Idee. In Wirklichkeit ist sie jetzt. So wie alles.

Ich kann dem Jetzt nicht entkommen. Es ist immer da und endet nie. Als ich das begriffen habe, wusste ich, dass dieses Jetzt alles ist, was ich habe. Und ich erkannte auch, dass die Träume - deren Erfüllung ich mir erhoffte - nicht in der Zukunft lagen. Ich erkannte, dass es die Zukunft gar nicht gab - genauso wenig wie die Vergangenheit. Alles war ein Jetzt-Moment, der sich unendlich ausdehnte - ohne Zeit.

Mit dem Verstand ist das schwierig zu erfassen. Aber wenn man sich einfach nur mal bewusst macht, dass es nur diesen einen Augenblick gibt, sickert einem noch eine weitere Erkenntnis ins Bewusstsein: Man erkennt nicht nur, dass dieser Augenblick alles ist, was man hat, sondern auch, dass es der einzige Augenblick ist, in dem Schöpfung geschehen kann. Wir können die Schöpfung nicht in die Zukunft verlegen. Denn dann wird sie immer dort bleiben. Schöpfung geschieht im jetzigen Augenblick - genauso wie alles im jetzigen Augenblick geschieht. Nichts liegt in der Zukunft! Es ist alles jetzt.

DESWEGEN ist das Glücklichsein im Hier und Jetzt so wichtig. Denn im Hier und Jetzt geschieht Schöpfung. Und wodurch geschieht sie? Durch unser Sein im Hier und Jetzt.

Leider Gottes ist dieses Sein aber die meiste Zeit im Mangel. Gestern hatte ich ein interessantes Gespräch mit meiner Schwester, in dem sie entrüstet und aufgebracht sagte: "Verdammt, es ist wie verhext! Es passiert immer genau das Gegenteil von dem, was ich beabsichtige!!"

Sie hatte in nur einem Satz das Gesetz der Anziehung erklärt: Wir erschaffen unseren Seinszustand! Und wenn dieser Seinszustand voller Absichten ist, ist er im Mangel. Wäre da kein Mangel, hätte man ja auch keine Absicht, die Situation oder den Zustand zu ändern.

Deswegen gibt es nichts Wichtigeres als unser Sein. Unseren Seinszustand im Hier und Jetzt. Nichts, nicht einmal die Realität, ist wichtiger als dieses Sein. Das Sein sollte immer höchste Priorität haben. Denn letztlich IST das Sein ja die Realität.

Das Problem ist nur, dass wir immer auf die Realität schauen und überlegen, was wir daran ändern können und wie wir es anstellen. Wir kämpfen, wir streben, wir arbeiten, um diese Realität zu verändern. Aber letztlich ist sie nichts Anderes als unser Seinszustand. Und wenn wir uns nach innen wenden würden, um uns um diesen Seinzustand zu kümmern, ihn zu pflegen, zu heilen, hochzuheben, glücklich zu machen ... dann würde die Realität sofort darauf reagieren. Denn das ist ihr Job.

UNSER Job ist es zu sein. Zu sein, was immer wir wollen. Jetzt und hier. Dann werden wir sehen, dass wir im Außen gar nicht so viel tun müssen, um die Realität zu verändern - sie verändert sich von selbst.