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Schöpfer sein

Leider befinden sich die Menschen die meiste Zeit ihres Lebens in einem unbewussten Schlaf. Nur manchmal scheinen wir Momente vollen Bewusstseins zu haben - nämlich dann, wenn wir ganz und gar im jetzigen Augenblick präsent und wach sind, vollkommen bewusst darüber, was wir tun, was wir denken und was wir fühlen und vor allem: Warum. Die meiste Zeit werden wir - ohne es zu wissen - von unseren Konditionierungen gesteuert, von unseren Glaubenssätzen,

Erlebnissen und Traumata, von unseren Schatten, von Manipulatoren und unzähligen anderen Faktoren, die uns wie Marionetten in unserem Leben bewegen. Wir scheinen nicht wirklich frei zu sein, denn oft reagieren wir einfach nur und wundern uns später, was uns da "geritten" hat. Waren es unsere Verletzungen? Unsere aus der Kindheit konditionierten Verhaltensweisen? Unsere Glaubenssätze? Oder hat sich gar ein böses Wesen an uns gehängt und die Zügel in die Hand genommen? Manchmal fühlt es sich tatsächlich so an. Tatsache ist, dass wir - solange wir auf diese Weise von verschiedensten Faktoren gesteuert werden - nicht frei sind. Nicht frei in unseren Handlungen, in unserem Denken und Fühlen - und damit auch nicht frei, unsere Realität zu verändern. Wir hängen fest. Und wir erschaffen immer wieder den alten Sumpf, aus dem wir uns eigentlich befreien wollten.

Ich denke, um tatsächlich zu einem bewussten Schöpfer der eigenen Realität zu werden, ist es unerlässlich zunächst zu Bewusstsein zu kommen. Wir müssen aus dem unbewussten Schlaf aufwachen. Dies gelingt uns, wenn wir uns zunächst weigern, uns von all diesen Faktoren kontrollieren zu lassen. Wenn wir die Fäden durchschneiden, das Marionettenspiel beenden und uns von den Umständen in unserem Leben nicht mehr emotional oder mental herumschubsen lassen. Genau dorthin führen die Euphoria-Spielregeln. Wenn wir, anstatt mit Widerstand zu reagieren, eine Situation akzeptieren (1. Spielregel), steigen wir aus der Fremdkontrolle aus. Denn durch die Akzeptanz kann uns die Situation emotional oder mental nicht mehr beeinflussen oder gar aus der Bahn werfen. Wir fangen dadurch an, selbst zu bestimmen, wie wir reagieren wollen und ob wir überhaupt reagieren. Wir holen uns unsere Selbstbestimmung zurück und damit unsere Freiheit.

Auf diese Selbstbestimmung wollte ich mit den "One"-Romanen hinweisen. Dort war es der Teufel, der die Mechanismen des unbewussten Schlafzustandes der Menschen kannte und diese ausgenutzt hat. Er wusste, mit welchen Emotionen, Gedanken und Handlungen die Menschen automatisch (von einer Automatik gesteuert) reagieren und hatte sie so völlig unter Kontrolle. Er konnte sie bewegen wie Schachfiguren. Genauso ist es auch in unserer Realität. Wir reagieren mit Wut, Hass und manchmal Neid und Missgunst auf die Nachrichten und auf die Vorgänge in unserer Welt. Und wir reagieren mit Widerstand auf die Umstände in unserem Leben. Dies hält uns jedoch zuverlässig in immer denselben Umständen und Vorgängen fest. So, wie wir mit immer denselben Reaktionen in den Vorgängen unserer Welt festgehalten werden (und sie damit immer wieder neu erschaffen), so werden wir mit denselben Reaktionen auch in den Umständen unseres Lebens festgehalten. Es wird sich nichts ändern. Durch unsere automatischen (unbewussten) Reaktionen sind wir in unserem alten Sumpf gefangen. Erst, wenn uns das bewusst wird und wir anders reagieren, kann sich etwas ändern. Und erst dann sind wir frei zu entscheiden, was wir fühlen, denken und tun wollen.

Wir erschaffen mit unserem Fokus. Und solange wir mit Widerstand und anderen (automatischen) Reaktionen auf unser Leben reagieren, oder Wünschen und Sehnsüchten nachjagen, ist unser Fokus nicht frei. Wir können ihn nicht frei dorthin lenken, wo wir ihn haben wollen. Er wird gelenkt und haftet durch unseren Widerstand und unsere Wünsche an den Dingen, die wir nicht wollen.

Schöpfer zu sein, heißt frei zu sein - und frei entscheiden zu können, was man erleben will. Diese Freiheit erlangen wir durch Bewusstsein. Durch das Austreten aus den automatischen Mechanismen unseres Egos. Schöpfer zu sein, heißt aufzuwachen und zu Bewusstsein zu kommen. Dann können wir unseren Fokus völlig frei auf das richten, was wir erleben wollen und es damit erschaffen. Wenn wir es schaffen, die ersten beiden Spielregeln umzusetzen, also akzeptieren und absichtslos sind, sind wir im jetzigen Augenblick präsent und völlig frei. Wir sind dann nicht manipulierbar und unser Fühlen, Denken und Handeln kann nicht von Umständen, Manipulatoren oder anderen Faktoren kontrolliert werden. Wir entscheiden selbst, was wir fühlen wollen. Und wir entscheiden selbst, worauf wir unseren Fokus richten wollen. Das ist der Punkt, an dem wir unsere Freiheit erkennen. Wir müssen sie dann nur noch nutzen.